
Leipzig. Auf dem Uni-Sportcampus nehmen die Studenten ihr Mittagessen jetzt in einem beheizten Zelt ein. Grund dafür ist der Komplett-Umbau der alten Mensa: Für elf Millionen Euro entsteht ein Schmuckstück mit Freitreppen, Rondellen und großem Hörsaal.
"Die Fußball-Tore hatten wir noch von einer Werbeaktion zur letzten Weltmeisterschaft übrig", erklärt Frank Kießling, Geschäftsführer des Leipziger Studentenwerks. "Und das Zelt, in dem jetzt täglich 800 bis 900 Essen ausgegeben werden, sollte ja nicht so trist wirken." Durchaus sportlich ist auch, was sich Kießlings Mannschaft gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) vorgenommen hat. In nur einem Jahr soll die alte Mensa an der Jahnallee 59 komplett verwandelt werden.
An der Jahnallee sind drei Speisesäle geplant, die genug Platz für 1400 Essensteilnehmer pro Tag bieten. Die neue Küche schafft noch 1000 Essen mehr. Sie werden in andere Einrichtungen des Studentenwerks geliefert. "In dem Altbau gab es zuletzt immer mehr Auflagen durch die Hygiene", weiß Wolfgang Trommer, Leiter der SIB-Niederlassung Leipzig II. Deshalb sei es höchste Zeit für den Start der Arbeiten an der Mensa gewesen, die jeweils zur Hälfe durch Freistaat und Studentenwerk bezahlt werden. Einen entsprechenden Gestaltungswettbewerb gewann das Büro HTP Husemann, Timmermann, Hidde aus Braunschweig. Die Architekten wollen die Fassade der Speisesäle, die sich im ersten Stock befinden werden und um einen riesigen Lichthof gruppiert sind, durch Glaswände öffnen und daneben einen Freibereich schaffen. Von diesem riesigen Freisitz im Obergeschoss haben die Gäste dann einen schönen Blick in Richtung Schwimmhalle sowie zum Vorplatz des Hauptfoyers der historischen DHfK-Bauten.
"Im Erdgeschoss gibt es wieder eine Cafeteria mit Terrasse", erläutert Trommer weiter. Zudem werde im ersten Stock ein Konferenzraum geschaffen, welcher - je nach Bedarf - der Mensa zugeschaltet oder separiert werden kann. Zeitgleich entstehen im hinteren Gebäudetrakt, wo zuletzt der Studentenklub F11 residierte, neue Seminarräume und ein Hörsaal mit 197 Plätzen für die Handelshochschule. Diesen Teil der Gesamtkosten von elf Millionen Euro - er beträgt 2,5 Millionen Euro - bezahlt der Freistaat allein.
Im September 2010 soll alles fertig sein. Das Zelt kann also rechtzeitig vor Start des nächsten Wintersemesters wieder verschwinden.
© , 28.10.2009, 11:04 Uhr (entnommen am 6.11.2009)
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